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Open Access erklärt
Open Access verständlich erklärt: goldener, grüner, Diamond- und hybrider Weg, wer die Publikationsgebühren zahlt und was DFG, FWF oder SNF erwarten.
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Open Access heißt: Eine wissenschaftliche Publikation ist im Internet für alle kostenlos zugänglich, ohne Abonnement oder Bezahlschranke, und in der Regel unter einer Lizenz, die die Nachnutzung erlaubt. Am häufigsten ist CC BY: Teilen und Bearbeiten sind erlaubt, solange die Autorinnen und Autoren genannt werden. Über Qualität oder Begutachtung sagt Open Access für sich genommen nichts aus.
Für Sie als Autorin oder Autor stellen sich drei praktische Fragen: Welcher Weg passt, wer zahlt, und was verlangen Förderer und Hochschule? Dieser Beitrag beantwortet sie der Reihe nach.
Die Wege im Überblick
| Weg | Funktionsweise | Kosten für Autoren | Lizenz |
|---|---|---|---|
| Gold | Artikel erscheint sofort frei in der Zeitschrift | Häufig Publikationsgebühr (APC), oft über Vereinbarungen gedeckt | meist CC BY |
| Grün | Zweitveröffentlichung einer Fassung im Repositorium | in der Regel keine | nach Verlagsvorgabe |
| Diamond | Zeitschrift ist für Lesende und Autoren kostenlos, getragen von Institutionen | keine | meist CC BY |
| Hybrid | Einzelner Artikel wird in einer Abo-Zeitschrift freigeschaltet | APC, sofern nicht durch Vereinbarung gedeckt | meist CC BY |
| Bronze | Auf der Verlagsseite frei lesbar, aber ohne offene Lizenz | keine | keine Nachnutzung |
Bronze zählt bei Förderern meist nicht als Open Access, weil der Verlag den Zugang jederzeit wieder sperren kann.
Goldener Weg
Gold-Open-Access-Zeitschriften stellen alle Artikel sofort frei. Viele erheben eine Article Processing Charge, deren Höhe je nach Verlag und Fach stark schwankt. Bevor Sie selbst zahlen: Viele Hochschulen in Deutschland, Österreich und der Schweiz betreiben Publikationsfonds oder haben Verträge mit Verlagen, über die Gebühren reduziert oder zentral bezahlt werden. In Deutschland sind die bundesweiten DEAL-Verträge mit großen Verlagen ein bekanntes Beispiel. Ihre Bibliothek weiß, welche Vereinbarungen für Sie gelten.
Grüner Weg
Beim grünen Weg legen Sie eine Fassung Ihres Artikels in einem Repositorium ab, etwa dem Ihrer Hochschule, einem Fachrepositorium oder arXiv. Verlage legen fest, welche Fassung erlaubt ist (Preprint, akzeptiertes Manuskript oder Verlagsversion) und ob eine Sperrfrist gilt. Ergänzend gibt es in Deutschland das gesetzliche Zweitveröffentlichungsrecht, dessen Voraussetzungen allerdings eng sind.
Diamond Open Access
Diamond-Zeitschriften verlangen weder von Lesenden noch von Autoren Geld. Sie werden oft von Fachgesellschaften, Universitäten oder Bibliothekskonsortien getragen und sind besonders in den Geistes- und Sozialwissenschaften verbreitet.
Hybrider Weg
Beim hybriden Modell zahlen Sie dafür, dass ein einzelner Artikel in einer Abo-Zeitschrift frei wird. Förderer stehen dem unterschiedlich gegenüber; manche finanzieren hybride Artikel nur im Rahmen bestimmter Verträge.
Was Förderer und Hochschulen verlangen
Viele Förderorganisationen erwarten Open Access für die von ihnen finanzierten Publikationen. Die DFG unterstützt Open Access ausdrücklich, der österreichische FWF und der Schweizerische Nationalfonds (SNF) verlangen ihn für geförderte Projekte, und auf europäischer Ebene gibt es entsprechende Vorgaben in den Förderprogrammen. Viele Hochschulen haben zudem eigene Open-Access-Policies. Typische Anforderungen:
- Veröffentlichung in einer Open-Access-Zeitschrift oder Ablage im Repositorium
- eine bestimmte Lizenz, häufig CC BY
- keine oder eine begrenzte Sperrfrist
- möglichst offene Forschungsdaten
Hinweis: Förderrichtlinien ändern sich und unterscheiden sich im Detail. Lesen Sie die aktuelle Richtlinie Ihres Förderers, die meist im Bewilligungsschreiben verlinkt ist, und wenden Sie sich bei Fragen an die Open-Access-Beratung Ihrer Bibliothek. Einen Überblick über Förderer gibt unser Beitrag zur Forschungsförderung.
So finden Sie eine seriöse Open-Access-Zeitschrift
- Passt die Zeitschrift zum Thema und wird sie in Ihrem Fach gelesen? Die Schritte stehen unter Ein Paper veröffentlichen.
- Ist sie im Directory of Open Access Journals (DOAJ) gelistet, das Aufnahmekriterien prüft?
- Gibt es klare Angaben zu Begutachtung, Herausgebergremium, Gebühren und Lizenz?
- Übernimmt Ihre Hochschule die Gebühr über einen Fonds oder Vertrag?
- Vorsicht bei ungefragten Einladungen und Versprechen sehr schneller Veröffentlichung; mehr dazu unter Raubverlage erkennen.
Vor- und Nachteile für Autorinnen und Autoren
Vorteile
- Alle können Ihre Arbeit lesen, auch Fachleute aus der Praxis, Journalistinnen und Forschende ohne Zugang zu einer gut ausgestatteten Bibliothek.
- Eine offene Lizenz erleichtert es anderen, auf Ihren Ergebnissen aufzubauen.
- Sie erfüllen die Vorgaben Ihrer Förderer und vermeiden spätere Nachfragen.
Worauf Sie achten sollten
- Publikationsgebühren können hoch sein, wenn weder Fonds noch Vertrag sie abdecken.
- Nicht jede Open-Access-Zeitschrift ist seriös, die Prüfung bleibt Ihre Aufgabe.
- Open Access ersetzt nicht die sorgfältige Wahl der Zeitschrift; das passende Publikum bleibt entscheidend.
Open Access für Abschlussarbeiten und Dissertationen
Auch Dissertationen werden häufig frei zugänglich veröffentlicht, meist über den Hochschulschriftenserver der Universitätsbibliothek. In Deutschland ist eine Veröffentlichung der Dissertation in der Regel Voraussetzung, um den Doktorgrad führen zu dürfen; die Promotionsordnung regelt, in welcher Form das geschieht. Die elektronische Veröffentlichung über die Bibliothek ist dabei oft die günstigste Variante. Bei Bachelor- und Masterarbeiten ist eine Veröffentlichung dagegen freiwillig und nicht immer sinnvoll, etwa wenn Daten eines Kooperationsunternehmens enthalten sind. Sprechen Sie das vorher mit Ihrer Betreuung ab.
Vor der Einreichung prüfen
- Open-Access-Vorgaben von Förderer und Hochschule gelesen
- Bibliothek nach Publikationsfonds und Verlagsverträgen gefragt
- Zeitschrift im DOAJ geprüft, falls reines Open Access
- Lizenz mit Ihren Verpflichtungen vereinbar
- Regeln zur Zweitveröffentlichung notiert
Begutachtet wird in Open-Access- und Abo-Zeitschriften nach denselben Prinzipien; wie das abläuft, erklärt So funktioniert Peer Review.
Häufige Fragen
Sind Open-Access-Artikel begutachtet?
Open Access beschreibt den Zugang, nicht die Qualitätsprüfung. Seriöse Open-Access-Zeitschriften begutachten genauso wie Abo-Zeitschriften. Die Qualität hängt von der einzelnen Zeitschrift ab, deshalb lohnt der Blick ins DOAJ.
Was ist das Zweitveröffentlichungsrecht?
In Deutschland erlaubt das Urheberrecht unter bestimmten Bedingungen, Artikel aus überwiegend öffentlich geförderter Forschung nach einer Frist erneut frei zugänglich zu machen. Die Voraussetzungen sind eng gefasst. Die Open-Access-Beratung Ihrer Bibliothek kann prüfen, ob sie auf Ihren Artikel zutreffen.
Wer zahlt die Publikationsgebühr (APC)?
Oft übernimmt sie die Hochschule über einen Publikationsfonds oder eine Verlagsvereinbarung, manchmal die Förderorganisation. Zahlen Sie nicht vorschnell selbst, sondern fragen Sie zuerst in der Bibliothek nach.
Was bedeutet die Lizenz CC BY?
CC BY ist eine Creative-Commons-Lizenz, die Weitergabe und Bearbeitung erlaubt, auch kommerziell, solange die Urheberinnen und Urheber genannt werden. Viele Förderer verlangen sie für Open-Access-Artikel.