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Zotero vs. Mendeley

Zotero und Mendeley im direkten Vergleich: Kosten, Speicher, Betriebssysteme, Word-Plug-in, Teamarbeit, Eigentümer und Datenexport, mit klarer Empfehlung.

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Für die meisten Studierenden und Forschenden ist Zotero die bessere Wahl. Es ist kostenlos, quelloffen, wird von einer gemeinnützigen Organisation entwickelt und lässt Ihnen die Kontrolle über Ihre Daten. Mendeley ist eine vernünftige Option, wenn Sie den größeren kostenlosen Speicher schätzen oder Ihre Arbeitsgruppe bereits eine gemeinsame Mendeley-Bibliothek pflegt. Es gehört aber einem großen Verlag und hat einige einschneidende Produktwechsel hinter sich.

Direkter Vergleich

Zotero Mendeley
Eigentümer gemeinnützig, quelloffen Elsevier
Preis kostenlos, Speicher optional kostenpflichtig kostenlos, Speichergrenzen
Kostenloser Cloud-Speicher für Dateien 300 MB (laut Anbieter) 2 GB (laut Anbieter)
Desktop Windows, macOS, Linux Windows, macOS, Linux
Zitier-Plug-ins Word, LibreOffice, Google Docs Word
Zitierstile CSL, sehr große Auswahl CSL
Browser-Erfassung Zotero Connector Mendeley Web Importer
Gruppenbibliotheken kostenlos vorhanden, mit Grenzen je nach Konto
LaTeX sehr gut mit Better BibTeX einfacher BibTeX-Export
Rein lokale Nutzung möglich Konto erforderlich

Stand Oktober 2026 nach Herstellerangaben. Speichergrenzen und Funktionen ändern sich, bitte vor der Entscheidung prüfen.

Wo Zotero vorne liegt

Unabhängigkeit. Der Quellcode ist offen, die Bibliothek liegt in einer lokalen Datenbank auf Ihrem Rechner. Auch ohne Synchronisierung arbeitet die Software weiter. Für ein Werkzeug, das Sie womöglich von der Bachelorarbeit bis zur Promotion begleitet, ist das ein gewichtiges Argument.

Erweiterbarkeit. Plug-ins ergänzen Zotero für LaTeX, PDF-Annotationen oder das Bereinigen von Metadaten. Better BibTeX macht Zotero zur ersten Wahl für alle, die in LaTeX oder Markdown schreiben.

Textverarbeitung. Neben Word unterstützt Zotero LibreOffice und Google Docs, praktisch bei gemischten Teams.

Verbreitung an Hochschulen. Viele Bibliotheken in Deutschland, Österreich und der Schweiz bieten Zotero-Schulungen an, auch dort, wo zusätzlich eine Citavi-Campuslizenz besteht.

Wo Mendeley vorne liegt

Mehr kostenloser Speicher. Wer große PDF-Sammlungen auf mehreren Geräten synchronisieren möchte, kommt bei Mendeley länger ohne Bezahlung aus.

Leichter Einstieg. Die Oberfläche ist übersichtlich, der PDF-Reader mit Markierungen und Notizen einfach zu bedienen.

Elsevier-Umfeld. Wer viel mit Elsevier-Plattformen arbeitet, findet manche Funktionen besser verzahnt.

Für viele Studierende im DACH-Raum stellt sich die Frage allerdings selten in Reinform: Häufig konkurriert Zotero eher mit einer Citavi-Campuslizenz als mit Mendeley.

Was Sie abwägen sollten

Produktwechsel. Mendeley hat das bekannte Mendeley Desktop durch Mendeley Reference Manager ersetzt; dabei sind Funktionen weggefallen oder anders geworden. Einige Hochschulen berichten zudem über geänderte Speicherkontingente für institutionelle Konten. Den aktuellen Stand erfahren Sie auf den Supportseiten von Mendeley und bei Ihrer Bibliothek.

Eigentum und Datenschutz. Ihre Bibliothek zeigt, was Sie lesen und woran Sie arbeiten. Manche Forschende möchten diese Information keinem Verlag überlassen. Lesen Sie die Datenschutzerklärung und prüfen Sie den Speicherort der Daten, gerade mit Blick auf die DSGVO.

Datenexport. Beide Programme exportieren RIS und BibTeX. Bei Zotero bleibt zusätzlich die lokale Datenbank für Sie zugänglich.

Hinweis: Egal für welches Programm Sie sich entscheiden, exportieren Sie Ihre Bibliothek regelmäßig samt PDFs. Das schützt vor Konto- und Lizenzänderungen und vor eigenen Fehlern.

Zusammenarbeit im Alltag

Für Gruppenarbeiten, Lehrstuhlprojekte oder gemeinsame Paper zählt, wie leicht andere einsteigen können. Bei Zotero legen Sie eine Gruppe an, laden Mitglieder per E-Mail ein und teilen Literatur samt Notizen. Wer kein Konto hat, kann es kostenlos anlegen. Dateien in Gruppen belegen den Speicher der Person, die die Gruppe besitzt; bei großen PDF-Sammlungen kann das einen bezahlten Speicherplan nötig machen.

Mendeley bietet ebenfalls private Gruppen zum Teilen von Literatur. Die Grenzen hängen von Kontotyp und aktuellen Bedingungen ab, prüfen Sie sie vor Projektbeginn. Entscheidend für Teams ist am Ende weniger das Werkzeug als die Absprache: ein gemeinsamer Zitierstil, eine einheitliche Benennung von Sammlungen und jemand, der Dubletten und unvollständige Einträge regelmäßig bereinigt.

Welches Programm für wen?

  1. Neustart mit Bachelor-, Masterarbeit oder Promotion: Zotero.
  2. Schreiben in LaTeX oder Markdown: Zotero mit Better BibTeX.
  3. Team mit Google Docs oder LibreOffice: Zotero.
  4. Arbeitsgruppe mit eingespielter Mendeley-Bibliothek: Mendeley behalten, aber regelmäßig exportieren.
  5. Viele Gigabyte PDFs ohne Kosten synchronisieren: Mendeley oder Zotero mit eigenem WebDAV-Speicher, den manche Hochschulen bereitstellen.

Umzug von Mendeley zu Zotero

  1. Mendeley-Bibliothek vollständig synchronisieren.
  2. Den Mendeley-Import in Zotero nach der aktuellen Anleitung der Zotero-Dokumentation nutzen.
  3. Stichproben prüfen: Metadaten, Anhänge, Notizen.
  4. Sammlungen bei Bedarf neu ordnen.
  5. Belege in bestehenden Word-Dokumenten neu einfügen, denn Zotero erkennt Mendeley-Felder nicht automatisch. Am besten vor der Hauptschreibphase wechseln.

Den größeren Vergleich mit Citavi und EndNote finden Sie unter Literaturverwaltung im Vergleich. Wie Sie einen Zitierstil konsequent umsetzen, erklärt der Beitrag zu Zitierstilen, und wie Sie Quellen effizient sammeln, die Anleitung zur Literaturrecherche. Weitere Vergleiche stehen im Bereich Werkzeuge.

Die Werkzeuge auf dieser Seite

Häufige Fragen

Ist Zotero besser als Mendeley?

Für die meisten ja, vor allem wegen Unabhängigkeit, offener Formate und aktiver Weiterentwicklung. Mendeley bleibt praktisch, wenn Ihre Gruppe schon damit arbeitet oder Sie viel kostenlosen PDF-Speicher brauchen.

Wie ziehe ich von Mendeley zu Zotero um?

Zotero bietet einen Import für Mendeley-Bibliotheken, die Anleitung steht in der Zotero-Dokumentation. Prüfen Sie danach Stichproben auf Anhänge, Notizen und Sammlungen und setzen Sie Belege in bestehenden Word-Dokumenten neu.

Gibt es Mendeley Desktop noch?

Laut Elsevier lässt sich Mendeley Desktop nicht mehr herunterladen und erhält keine Updates. Die aktuelle Anwendung heißt Mendeley Reference Manager. Bestehende Installationen laufen eventuell noch eine Weile, die Kompatibilität mit künftigen Systemen ist aber nicht gesichert.

Was ist mit Citavi?

Citavi ist im DACH-Raum weit verbreitet, oft per Campuslizenz, läuft als Desktop-Programm aber nur unter Windows. Den Vergleich aller drei plus EndNote finden Sie in unserem Überblick zur Literaturverwaltung.

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